Wir brauchen wieder strenge Scheitel.
Vorläufig auch diese Weidel.
Die kommt gut an,
die schafft was ran.
Die Lesbe wird dann deportiert,
wenn es keine Sau mehr stört.
Noch machen wir nur halbe-halbe,
ein bisschen Siegmund mit der Schwalbe.
Wir legen auf den Punkt den Ball.
Bald wird verwandelt – überall!
Sachsen-Anhalt wär‘ zu schön,
um an uns es abzusteh’n?
Nun, wir schaffen ein SA-Land,
schneller, als ein Tor schießt Haaland:
geduckt und grau;
ja, ganz genau,
wie die Ossis es noch kennen,
die den Siegmund Heiland nennen.
Doch SA ist nur der Anfang.
Diese Abkürzung ist Vorklang
jener großen Zeitenwende,
die markiert der Farce Ende:
Abschaffung der Republik.
Alles dies ist nur Replik.
Wie einst krakeelt im Hohen Haus
Pöbel, feixt – es ist ein Graus.
Hackfressen und Vollverstörte
speien, was man damals hörte,
als entgegenstand ein Fels.
Merkt ihn euch: Der Mann hieß Wels.
Nur die Ehre wird nicht reichen.
Wir müssen sie und ihresgleichen,
ob sie heißen Weidel, Höcke
zurückkuschen in ihre Ecke -
wo man Unrat halt hinkehrt,
mag er dort auch sein verehrt.
Und wer das nicht verstehen will,
wem die Republik scheint Müll,
mitsamt allen ihren Schwächen,
der möcht' gerne mit ihr brechen;
fühlt er sich doch ungehört,
ist vom Kreml ganz betört
und noch auf den Sandmann stolz.
Ja, wir sind aus altem Holz,
wir Ungehörten und Zerstörten!
Wie das Klopapier, das niemand,
als die D-Mark kam, noch gut fand,
und wir alle RIAS hörten.
Heut' schlucken wir gern alte Binsen
und vermissen Tempo-Linsen.
Schön war's in der Tä-Tä-Rä!
Mit IM ganz in der Näh',
vielleicht sogar in deinem Bett!
Mein Gott, wie war das damals nett.
Fast alle konnten alles nicht.
Na, das war gerecht und schlicht.
Also wähle nur recht fleißig!
Falte, wie du's warst gewohnt.
Bald wird's wieder Dreiunddreißig,
und dann hat es sich gelohnt,
dass du so lang ausgeharrt.
Ja, Demokratie ist hart,
dafür bist du nicht gebaut.
Man hat dir - ach! - so viel geklaut!
Nun hast du es in der Hand,
in der rechten, die sich hebt.
Wer die rechte Wahl mal fand,
so viel einfacher dann lebt.
Was du brauchst, sind strenge Scheitel.
Wahrscheinlich ohne diese Weidel.
Man weiß ja nicht, wer da noch kommt.
Ganz so war es früher auch.
Man nahm es hin, so war es Brauch.
Nun wähl' noch mal. Lass' alles raus!
Mach' ein Ende mit Gebraus!
Auf dass die Schwatzbude verstummt!
Dann bist du sie los, die Bürde:
die freie Wahl, die Menschenwürde.